Category : Uncategorized

TAMAM – Making Of: Die Sache mit dem
Trockeneis

Unser Fotocomic über die Problematik einer Gruppe Jugendlicher aus verschiedenen Nationen – mit wenig Kleingeld in der Tasche – Essen zu ergattern, hat eine kuriose Auflösung.

Um die geheimnisvolle Verwandlung der Papierpizza aus dem Foodomaten in eine richtig echte und essbare Pizza noch spektakulärer zu machen, wollten wir genau diesen Prozess – nämlich der Verwandlung – für die Fotos in Dampf und Nebel „verhüllen“. Um den Zauber noch deutlicher zu machen. Um es noch mysteriöser zu halten. Daher hatte unsere Referentin Conny, die als Fotografin arbeitet, die Idee, mit Trockeneis zu arbeiten.

Trockeneis ist festes Kohlenstoffdioxid (CO2), das unter Normaldruck bei −78,48 °C sublimiert, also direkt in die Gasphase übergeht, ohne vorher zu schmelzen.Trockeneis wird hergestellt, indem unter Druck verflüssigtes Kohlenstoffdioxid entspannt wird. Ein Teil des Kohlenstoffdioxids verdampft und entzieht dabei dem Rest des Kohlenstoffdioxids die für die Verdampfung erforderliche Wärme, dieser kühlt damit ab. Es entsteht dabei sogenannter gefrorener Kohlensäureschnee. Dieser wird dann, je nach Anwendung, in die gewünschte Form gepresst.

Die Umsetzung unserer Idee war jedoch leider nicht möglich. Zunächst einmal ist es offenbar eine Kunst für sich, hier in der Nähe einen Trockeneishändler zu finden. Nach ausgiebiger Recherche ist Conny fündig geworden – in Igling. Doch leider hat das nichts genützt, wir hatten Pech. Genau in unserem Projektzeitraum war der gesamte süddeutsche Raum von Lieferschwierigkeiten mit Trockeneis betroffen. Der Grund: Zulieferer hatten Probleme mit dem Kohlenstoffdioxid. Wir hätten nach Hamburg fahren können, denn in Norddeutschland gab es diese Probleme nicht – aber das ist natürlich für den Transport von Trockeneis etwas widersinnig.

Also verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unserer Idee, die Pizza in geheimnisvollem Dampf verschwinden zu lassen. Nichtsdestotrotz: Unser Fotocomic ist auch so toll geworden – eine witzige Geschichte mit surrealem Ende. Auch ohne Trockeneis, Nebel und Dampf.

 

Jessicas Rückblick

Ich heiße Jessica. Ich bin ein Künstler, Musiker und Kinderbuchautor, der zurzeit auf einer Farm in Polen lebt. Da ich während der Sommerzeit ziemlich auf der Farm bleibe (und weil ich nicht zäh genug bin, um die Minusgrade der polnischen Winterzeit zu bewältigen), habe ich es genossen, die Gelegenheit zu nutzen, diesen Winter durch „Workaway“ ein wenig mehr von Europa zu erkunden „.

Landsberg war meine letzte, längste und unvergesslichste Station des Winters. Ich bin seit etwas über zwei Monaten hier und in dieser Zeit habe ich so viele unglaubliche Menschen getroffen und Erinnerungen geschaffen, die ich für den Rest meines Lebens schätzen werde.

Ein Großteil meiner Zeit verbrachte ich im Büro mit dem „Wolf-Durmashkin-Kompositionspreis“ und der Internationalen Jüdisch-Deutschen Festwoche im Mai 2018. Dadurch bin ich auf erstaunliche Menschen und Geschichten gestoßen, die oft gleichermaßen vernichtend und inspirierend sind und meine Wahrnehmung der Welt verändert haben.

Wenn ich nicht gerade Wolfgang’s E-Mails Korrekturgelesen habe, um  die potentiell Deutsche Direktheit im Englischen etwas abzmildern, habe ich Mahlzeiten mit mehr Gemüse gekocht, als die anderen sonst essen wollten, habe Freestyle-Tanzpartys im Büro gemacht, Karaoke-Abende, chaotische arabische Kreistänze und Abendessen und Partys mit Leuten gneossen, die ich noch nie zuvor getroffen hatte, die mich wie einen alten Freund empfingen (und mich mit viel Kuchen fütterten!), „Wolfgang Tours“ in der Stadt, wo jedes kleine Detail seine eigene Geschichte hat und vor allem die Möglichkeit bot, viele wunderbare Menschen aus der ganzen Welt zu treffen (und dauerhafte Freundschaften zu schließen).

Für eine kleine deutsche Stadt hat Landsberg eine unglaublich reiche Geschichte und vielfältige Bevölkerung. Es ist mir jetzt fast peinlich, an das zu denken, was ich mir als „Arbeit mit Flüchtlingen“ vorgestellt habe, bevor ich hierher kam. Die jungen Leute, die ich in Landsberg getroffen habe, haben viele Vorurteile drastisch verändert, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie hatte und die „Wohltätigkeitsarbeit“, die ich mir vorgestellt hatte, waren in Wirklichkeit unglaubliche Momente gemeinsamen Spaßes, Lachens und aufrichtiger Freundschaft, für die ich bin so dankbar.

Ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass mein Aufenthalt hier so unvergesslich und angenehm ist. Ich hoffe, dass ich mich eines Tages wiedersehen werde.

Jessica xxxx

Lob und Applaus für eine enorme Leistung

Mode-Kostüm-Projekt „Der Rote Faden –Trau Dich“ des Kulturvereins «dieKunstBauStelle e.V.» und «der Stelzer» präsentierte in der Turnhalle in der Platanenstraße eine beeindruckende Abschlusspräsentation mit hochkarätigen Kostümkreationen und tolle schauspielerische Leistungen auf Stelzen.

 

Bereits zum dritten Mal wurde das Mode-Kostüm-Projekt „Der Rote Faden“ des Landsberger Kulturvereins «dieKunstBauStelle e.V.» nun mit Hilfe von Fördermitteln des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in Landsberg durchgeführt. Jugendliche aus Landsberg und Umgebung, Schülerinnen und Schüler, Landsberger wie syrische Flüchtlinge, haben seit Juli mit großem Elan gemeinsam an ihren Werken gearbeitet, um sie schließlich in einer großen Abschlussperformance auf Stelzen dem Landsberger Publikum vorstellen zu können.

In der diesjährigen Langen Kunstnacht waren die Wetterbedingungen nicht die besten, deswegen wurden die empfindlichen Kostüme und Masken nur in einer Ausstellung gezeigt. Nun konnten die faszinierenden Ergebnisse des Kostüm- und Theaterworkshops als Abschlussperformance in der Turnhalle der Grundschule Platanenstraße präsentiert werden.

Kostüme aus Metall und Bast sowie ein Wald voller Masken

Zu sehen gab es eine spannende und gut durchdachte Inszenierung – mit Kostümen, die vom Gegensatz leben: Metallmaterialien und Bastgewebe wurden bei der Erstellung miteinander kombiniert. Zudem hielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Präsentation auf Holzstäben befestigte Tiermasken in der Hand. Mit Schwein, Hase, Elefant & Co. ließen sie damit einen ganzen Wald voller Masken entstehen.

„Für diese ausgefallene Produktion war es dieses Jahr besonders aufwendig und anspruchsvoll, die Kostüme von Hand herzustellen“, betont Renate Stoiber ehemalige Chefin der Kostümabteilung der Bayreuther Festspiele. „Die Jugendlichen haben dabei sehr viel Geduld bewiesen. Ein großes Dankeschön geht an sie und natürlich auch an die vielen Helfer im Hintergrund. Ohne ihren großen Einsatz und ihr unermüdliches Engagement hätten wir das nie geschafft.“

Ein Stück von den Jugendlichen

Peter Pruchniewitz, Theaterleiter der Stelzer, studierte mit den Jugendlichen in den Herbstferien mit den neu erstellten Kostümen und Masken eine Aufführung mit musikalischer Untermalung ein, die das Publikum sofort in ihren Bann gezogen hat. „Die jugendlichen Darsteller haben alles selber erarbeitet, viele Ideen eingebracht, die Dramaturgie entwickelt und die Musik selbst ausgesucht“, betont Pruchniewitz. „Es war ein Stück von den Jugendlichen, komplett selbst gemacht.“

Dafür gab es vom Publikum einen großen Applaus: „Die Jugendlichen haben echt was geleistet – und das neben der Schule, Prüfungen und Hausaufgaben“, sagt Maggie aus Erpfting nach der Inszenierung, während man noch gemütlich beisammen bei Kaffee und Kuchen beisammen stand. „Auch schauspielerisch fand ich die dramatische Geschichte sehr überzeugend gespielt“.

„Es war ein richtiges Tanztheater auf Stelzen“, betont Brunhilde aus Kaufering. „Die Kostüme waren auch so aufwendig gearbeitet. Die Idee mit den Tiermasken fand ich besonders gut.“ Ute aus Bremen hat vor allem fasziniert, wie viel Arbeit und Elan die Jugendlichen in dieses Projekt stecken. „Dass sie in ihrer Freizeit basteln und auch selber inszenieren und dies mehr als eine halbe Stunde lang auf Stelzen präsentieren, finde ich toll“, sagt sie.

Wolfgang Hauck, Leiter der Stelzer, freute sich ganz besonderes. „Nach dem Ende des erfolgreichen Festspiels Licca Line, hatten wir somit nochmals eine Möglichkeit, für und mit Jugendlichen in Landsberg ein größeres Projekt zu verwirklichen. Das war eine ganz besondere Chance, die ohne die Förderungen nicht möglich gewesen wäre.“

Das außerschulische Projekt, das dieKunstBauStelle gemeinsam mit den Projektpartnern «Die Stelzer» und Mittelschule Landsberg realisiert, ist Teil der Maßnahme „Jugend ins Zentrum!“, die im Rahmen des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Photo: Wolfgang Hauck

 

TAMAM! Tolles Team und viel Spaß

„Wir hatten ein gutes Team, eine tolle Idee und viel Spaß bei unserer ersten Geschichte.“ (Bader aus Syrien)

„Es war schön, zusammen mit deutschen Jugendlichen etwas zu machen. Das wollte ich schon immer“ (Adnan, Syrien)

„Toll war, dass wir alle gut drauf waren. Wir haben viel gelacht und gut als Team zusammen gearbeitet.“ (Marie, Deutschland)

„Es hat mir großen Spaß gemacht, Bilder zu machen. Das Team war sehr nett.“ (Ali, Eritrea)

„Mir hat gut gefallen, dass wir Fotos und Videos gemacht und auch Spiele gespielt haben.“ (Mahmod, Syrien)

„Ich habe zum ersten Mal in meinem Leben so richtig fotografiert!“ (Ziya Sami Haji, Irak)

„Das Problem war, bei den Aufnahmen nicht zu lachen. Denn wir hatten so viel Spaß!“ (Majd)

„Toll war, dass es gar keine Berührungsängste gab. Wir haben uns alle super verstanden!“ (Natalie, Deutschland)

„Ich möchte noch viel mehr machen, mir weitere Geschichten ausdenken und auch Videos machen.“ (Emad)

„Ich würde gerne einen Film für Syrien machen.“ (Bader, Syrien)

„Es wäre schön, einen Film oder eine Geschichte darüber zu machen, wie Flüchtlinge in Deutschland leben.“ (Adnan, Syrien)“

Das Bündnis besteht aus dieKunstBauStelle e.V., dem Landratsamt Landsberg und dem Ignaz-Kögler-Gymnasium.

Das Projekt TAMAM! wird unterstützt durch das Programm MeinLand – Zeit für Zukunft der Türkischen Gemeinde in Deutschland im Rahmen des Bundesprogramms Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Das Projekt läuft von Dezember 2016 bis Dezember 2017.

Kreatives aus Karton

Am 16. November 2016 jährt sich der Todestag von Dominikus Zimmermann zum 250. Mal. Das nimmt die Stadt Landsberg am Lech zum Anlass, ganzjährig an diesen bedeutenden Bürger und Künstler der Stadt zu erinnern. Er gilt als einer der bedeutendsten deutschen Rokokobaumeister. Dominikus Zimmermanns Hauptwerk, die Wieskirche, zählt zum UNESCO-Welterbe.

Im Dominikus-Zimmermann-Jahr finden zahlreiche Veranstaltungen zum Leben und Wirken des berühmten Architekten statt. Der Landsberger Kulturverein «dieKunstBauStelle e.V.» ist mit einem ganz besonderen soziokulturellen Projekt dabei: „ARCHITECTUS LUCIS“ ist der Name – und der ist Programm: Unter dem Motto „Wir folgen dem Schaffen von Dominikus Zimmermann“ sind im Oktober Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen, gemeinsam ein richtiges Bauwerk zu errichten. Dabei soll ein Raum im Stil der Lichtarchitektur des Dominikus Zimmermann konstruiert werden.

Die Besonderheit dabei: das Material. Im Stil des „Cardboard Design“ soll aus Kartonagen ein Lichtraum erschaffen werden und mit entsprechenden Cardboard-Techniken Architektur und Lichtführung nachgebaut und inszeniert werden. Die beiden Niederländer Mathijs Stegink und Astrid van der Velde, internationale Experten des „Cardboard Design“, werden dabei die „Baumaßnahmen“ leiten.

Experten des Cardboard-Design aus den Niederlanden zu Gast in Landsberg

Die zwei Experten waren erst kürzlich, am 3. August, zu Besuch in Landsberg am Lech, um mit Projektinitiator Wolfgang Hauck Details zum Projekt zu besprechen und sich die Stadt anzuschauen, in der demnächst ein Cardboard-Großprojekt stattfinden soll. Anlässlich ihres Besuches wurde auch ein Pressetermin anberaumt, bei dem sie der lokalen Presse für Fragen zur Verfügung standen und über ihre Arbeit und die Cardboard-Szene mit Hilfe von vielen Bildbeispielen berichteten.

Es wurde schnell klar: Das sogenannte Cardboard-Design ist eine Szene für sich, mit einem großen, internationalen Publikum und weltweiten Festivals. Diese Szene vertritt eine ganz eigene Philosophie: Dinge werden nicht für die Ewigkeit gebaucht, sondern für den Moment. Das Material, nämlich Karton, soll dem „Baumeister“ die Scheu nehmen, etwas auszuprobieren. Er kann damit machen, was er will: modellieren, kleben, bearbeiten, verbinden. „Wenn etwas falsch ist oder nicht gut aussieht, schneidet er das Teil einfach weg und nimmt sich ein neues Stück Karton“, sagt Mathijs Stegink. „So muss er keine Angst davor haben, etwas zu erschaffen und kommt leichter heraus aus seiner Komfortzone, um etwas zu wagen. Auf diese Weise kann er offen, mutig und kreativ etwas Großes entstehen lassen.“

Hochwertige Objekte aus Karton

Mit relativ geringem finanziellen Aufwand– Karton kostet in der Regel nicht allzu viel oder es werden sogar bereits genutzte Kartonteile verwendet – können dabei qualitativ hochwertige Werke entstehen. „So hochwertig, dass man am Ende sogar ein Auto darauf stellen könnte“, sagt Stegink. Die beiden Experten erzählen von ganzen Wäldern oder Städten, Robotern, Autos oder sogar Schiffen aus Karton. Auf Festivals werden regelrechte Cardboard-Battles – z. B. Auto- oder Bootsrennen, Roboterkämpfe – ausgetragen.

Wichtig dabei: Die abschließende Zerstörung des Gebauten. Das klingt zunächst mal brutal. „Es ist jedoch ein sehr bedeutender Bestandteil des Ganzen“, meint Astrid van der Velde. „Andernfalls orientiert man sich vielleicht an etwas Vorhandenem und will unbedingt, dass ein Objekt genauso aussehen soll wie eines, das es schon gibt.“ Nein, man solle die Kunstwerke einfach in Erinnerung behalten und daraus dann neue Ideen entwickeln.

Werden und Vergehen

„Das Konzept von ARCHITECTUS LUCIS finden wir großartig, daher waren wir sofort bereit, daran mitzuwirken,“, betonen die beiden, die Wolfgang Hauck während eines gemeinsamen Projektes in Nordirland kennengelernt haben. „Cardboard-Design in Verbindung mit einer barocken Thematik, nämlich Werden und Vergehen, so auszuprobieren, dass jeder auch mitmachen kann. Aber wir sind offen und überlegen gerade, auch bewegliche Objekte für eine Parade als Abschluss des Projekts zu bauen.“

Damit wird Landsberg zu einem ganz besonderen Ort – auch für die Cardboard-Szene. Denn ein historisches Thema der Architektur in einer solchen Dimension gab es noch nicht.

ARCHITECTUS LUCIS wird durch das gemeinsame Ausprobieren, Erschaffen und Erleben und durch die Möglichkeit des Mitwirkens und Mitmachens zu etwas ganz Besonderem. Man ist nicht nur Konsument, sondern wird hier selbst zum Architekten, zum Konstrukteur. „Wir haben zwar schon einige Ideen, wo es hingehen soll – letztendlich hängt es jedoch ganz von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ab, was dabei herauskommt“, betont Hauck. Spaß und Spannung sind dabei mit circa 40 erwarteten Teilnehmern garantiert.

„Wir sind sehr glücklich, dieses Projekt dabei zu haben, weil es nicht nur ein passives, sondern ein interaktives Konzept ist“, betont Patricia Eckstein vom Kulturbüro Landsberg. „Sehr viele Leute arbeiten dabei zusammen, erschaffen gemeinsam etwas, und jeder kann ein Teil des Projektes sein.“

Gefördert wird das Projekt vom Kulturfonds Bayern, dem Europäischen Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, der Stadt Landsberg am Lech und dem Bezirk Oberbayern.

Bei Interesse, hier mitzuwirken, bitte eine E-Mail an info@dieKunstBauStelle.de.

Kann der Panther Sünde sein? – Podiusmdiskussion 9. April 2016

Kann der Panther Sünde sein?
1937 Fliegerhorst Penzing – 2016 Inselbad Landsberg
Podiumsdiskussion zum Umgang mit Kunst des 20. Jahrhunderts
Eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts «Der Panther im Inselbad».

Vortrag und Podiumsdiskussion
Samstag, 9. April 2016 um 19:00 Uhr
Sitzungsaal des Landratsamtes Landsberg am Lech

Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Oberst Daniel Draken – Kommodore des Lufttransportgeschwader 61
Norbert Köhler – Vorstand der Stadtwerke Landsberg am Lech
Manfred Deiler – Präsident der Europäische Holocaustgedenkstätte Stiftung
Dr. Joachim Zeller – Historiker und Autor „Wilde Moderne“
Wolfgang Hauck – Künstler und Projektentwickler
Karla Schönebeck, Journalistin, Moderation

Hintergrund
Das Kunstprojekt von Wolfgang Hauck nahm 2014 seinen Ausgangspunkt mit Hinweisen der Journalistin Karla Schönebeck, zu einer Panther-Plastik im städtischen Inselbad in Landsberg am Lech. Diesen schwarzen Panther im Inselbad dürfte fast jeder Landsberger kennen. Wie aber kommt ein solches Kunstwerk in ein städtisches Freibad? Wie alt ist es und warum steht es dort?

An diesem Abend werden die aktuellen und neuen Ergebnisse erstmals vorgestellt. Der Weg des Panthers wurde geographisch, historisch und politisch nachvollzogen und zog dabei Kreise, die niemand bisher auch nur im An-satz vermutet hat. An diesem «Panther» bündeln sich vielfältigste Themen mit aktuellen Zeitbezügen, die einen großen Bogen zwischen Geschichte, Kunst im öffentlichen Raum und der Vergangenheit spannen.

In diesem soziokulturellen Projekt sind neben Künstlern, Journalisten und Historikern auch Jugendliche und Flüchtlinge eingebunden, die sich mit einem unbedarften Blick auf diese Auseinandersetzung eingelassen haben. Der erste Teil des Projekts war der historischen Recherche gewidmet, der zweite Teil wird die künstlerische Umsetzung sein. Vor diesem Hintergrund ist ein öffentlicher und offener Austausch erforderlich und wünschenswert.

An diesem Abend wird sich die Diskussion neben den spannenden und überraschenden Fakten zur Geschichte des Panthers, auch den Themen Kolportagen, Gerüchte, Vermutungen und welche Wege für eine neue Erinnerungskultur denkbar sind, widmen. Dazu soll die Frage von Chancen einer zeitgemäßen Erinnerungskultur für Stadt und Landkreis Landsberg am Lech diskutiert werden.

DOWNLOAD
Flyer 2016 Panther Podiusmdiskussion
Plakat 2016 Panther Podiusmdiskussion

FÖRDERUNG
Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst (Kulturfonds Bayern)
Fonds Soziokultur, Bezirk Oberbayern, Rotary Sozialfonds Greifenberg-Schondorf. e.V.

WEBSEITE
www.derPanther.org

DER PANTHER IM INSELBAD – WEBSEITE

Die Webseite zum Projekt mit Bildern und Artikeln ist online!

WEBSEITE
www.derPanther.org

ARTIKEL ZUM PROJEKT «DER PANTHER IM INSELBAD»
Presseberichte im Landsberger Tagblatt.
Verpaßt? Hier sind die Artikel zum Nachlesen!

ARTIKEL IM LANDSBERGER TAGBLATT
24.03.2016 Ein Tierplastiker und die Politik
19.03.2016 Der Bruder taucht in Köln auf
14.03.2016 Dem Panther auf der Spur
12.03.2016 Die Odyssee des geheimnisvollen Panthers
10.03.2016 Wo kommt eigentlich der Panther her?

Geheimnissen der Geschichte auf der Spur

Den schwarzen Panther im Inselbad dürfte fast jeder Landsberger kennen. Die schwere Bronzeskulptur steht unmittelbar am Hauptschwimmbecken und dient nicht zuletzt auch als praktische Ablage für Handtücher und Badezeug. Wie aber kommt ein solches Kunstwerk in ein städtisches Freibad? Wie alt ist es und warum steht es dort? Mit diesen Fragen werden sich in nächster Zeit Landsberger Jugendliche im Rahmen eines neuen Projektes des Vereins „dieKunstBauStelle“ beschäftigen.

Reliket der Vergangenheit
Der Panther ist nicht das einzige Relikt aus der Vergangenheit, das wie selbstverständlich zum Stadtbild gehört. Auch die steinerne Inschrift beim Gasthof „Zum Mohren“ bereitete lange Zeit einiges Kopfzerbrechen. Mittlerweile ist das Kryptogramm aus dem Jahr 1647 entschlüsselt worden, wie man in den Landsberger Geschichtsblättern nachlesen kann. „Diese Objekte stehen oftmals einfach nur da. Sie sind so alltäglich, dass man sich normalerweise keine Gedanken über geschichtliche Zusammenhänge macht“, meint Wolfgang Hauck, der Initiator des Projektes.

Daher will die neue Projektgruppe zunächst einmal ein Bewusstsein dafür wecken, scheinbar Selbstverständliches genauer zu betrachten. Voraussetzung dafür sind Kenntnisse der lokalen Geschichte. Die Schüler und Jugendlichen werden bei ihrer Spurensuche unter anderem von der Journalistin Karla Schönebeck begleitet, die die historischen Recherchen vorbereitet. Dazu kommen Exkursionen in eine Gießerei, Archive und die Befragung von Zeitzeugen: „Erst bei tieferer Kenntnis ist es möglich, einen Kontext zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen. Und“, ergänzt Schönebeck, „mit diesem Wissen können die Teilnehmer eine eigene Haltung zu geschichtlichen Vorgängen entwickeln.“

Recherche und künstlerisches Auseinandersetzung
Es geht aber nicht nur um Zeitgeschichte. Hauck strebt mit dem Projekt gleichzeitig eine Auseinandersetzung unter künstlerischen Aspekten an. „Es ist ein Experiment mit ungewissen Ausgang, da die Jugendlichen ihre gewonnenen Erkenntnisse ebenfalls künstlerisch umsetzen sollen“, erklärt Hauck sein ehrgeiziges Projekt, das er als „work in progress“ bezeichnet. Diese Form der qualifizierten Annäherung soll im Ergebnis in Form von Texten, Malerei, Photographie, Installationen und Performance in einer multimedialen Ausstellung münden. Hierbei werden die Teilnehmer von bildenden Künstlern begleitet.

„Von dem, was wir bisher herausgefunden haben“, so Hauck und Schönebeck, „steht fest, dass es sehr spannend werden dürfte.“ Beide sind zuversichtlich, gemeinsam mit den Jugendlichen einen auch für die Stadt Landsberg wichtigen Beitrag zum Geschichtsbewusstsein zu liefern. Dass bei diesem Projekt auch jugendliche Flüchtlinge mitwirken, dürfte zudem eine weitere interessante Komponente sein. „Da wird noch einmal ein ganz anderer Blickwinkel mit hineinspielen“, ist Hauck überzeugt.

TV-Bericht zum Cultural Relief Program

TÜRKEI: Ein Zirkus für Flüchtlingskinder
Filmbericht der Deutschen Welle über das „Cultural Relief Program“ und die Circus Heros in Mardin.

„Mehr als eine Million Kinder sind durch den Bürgerkrieg in Syrien zu Flüchtlingen geworden. Kulturschaffende und private Helfer versuchen jetzt, einen Teil der Kinder aufzufangen – mit einem deutsch-türkischen Kinderzirkus.“

VIDEO Deutsche Welle 2016

TV-Bericht Deutsche Welle