Jessicas Rückblick

Ich heiße Jessica. Ich bin ein Künstler, Musiker und Kinderbuchautor, der zurzeit auf einer Farm in Polen lebt. Da ich während der Sommerzeit ziemlich auf der Farm bleibe (und weil ich nicht zäh genug bin, um die Minusgrade der polnischen Winterzeit zu bewältigen), habe ich es genossen, die Gelegenheit zu nutzen, diesen Winter durch „Workaway“ ein wenig mehr von Europa zu erkunden „.

Landsberg war meine letzte, längste und unvergesslichste Station des Winters. Ich bin seit etwas über zwei Monaten hier und in dieser Zeit habe ich so viele unglaubliche Menschen getroffen und Erinnerungen geschaffen, die ich für den Rest meines Lebens schätzen werde.

Ein Großteil meiner Zeit verbrachte ich im Büro mit dem „Wolf-Durmashkin-Kompositionspreis“ und der Internationalen Jüdisch-Deutschen Festwoche im Mai 2018. Dadurch bin ich auf erstaunliche Menschen und Geschichten gestoßen, die oft gleichermaßen vernichtend und inspirierend sind und meine Wahrnehmung der Welt verändert haben.

Wenn ich nicht gerade Wolfgang’s E-Mails Korrekturgelesen habe, um  die potentiell Deutsche Direktheit im Englischen etwas abzmildern, habe ich Mahlzeiten mit mehr Gemüse gekocht, als die anderen sonst essen wollten, habe Freestyle-Tanzpartys im Büro gemacht, Karaoke-Abende, chaotische arabische Kreistänze und Abendessen und Partys mit Leuten gneossen, die ich noch nie zuvor getroffen hatte, die mich wie einen alten Freund empfingen (und mich mit viel Kuchen fütterten!), „Wolfgang Tours“ in der Stadt, wo jedes kleine Detail seine eigene Geschichte hat und vor allem die Möglichkeit bot, viele wunderbare Menschen aus der ganzen Welt zu treffen (und dauerhafte Freundschaften zu schließen).

Für eine kleine deutsche Stadt hat Landsberg eine unglaublich reiche Geschichte und vielfältige Bevölkerung. Es ist mir jetzt fast peinlich, an das zu denken, was ich mir als „Arbeit mit Flüchtlingen“ vorgestellt habe, bevor ich hierher kam. Die jungen Leute, die ich in Landsberg getroffen habe, haben viele Vorurteile drastisch verändert, von denen ich nicht einmal wusste, dass ich sie hatte und die „Wohltätigkeitsarbeit“, die ich mir vorgestellt hatte, waren in Wirklichkeit unglaubliche Momente gemeinsamen Spaßes, Lachens und aufrichtiger Freundschaft, für die ich bin so dankbar.

Ein großes Dankeschön an alle, die dazu beigetragen haben, dass mein Aufenthalt hier so unvergesslich und angenehm ist. Ich hoffe, dass ich mich eines Tages wiedersehen werde.

Jessica xxxx

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