Cultural Relief Program 2014-2018

Der Kulturverein «dieKunstBauStelle e.V.» engagiert sich bei der Entwicklung und Finanzierung eines kulturellen Hilfsprogramms für Flüchtlinge in der Türkei. Das Programm richtet sich an Kinder und Jugendliche in den Flüchtlingslagern an der syrischen Grenze.

DAS HILFSPROGRAMM

Angesichts der Vielzahl an Flüchtlingen in der Region Mardin (im Dezember 2014 waren es mindestens 115.000, darunter mehr als 50.000 Kinder und Jugendliche) musste eine Wirkung in der Breite angestrebt werden, die viele erreicht und zum eigenständigen Weitermachen motivieren kann.

Aus diesen Prämissen entwickelte Wolfgang Hauck am Ende des Jahres 2014 eine Konzeption, die auf einem Multiplikator-Effekt aufbaut, indem Trainer unter professioneller Leitung von «Die Stelzer» als Multiplikatoren ausgebildet werden, die wiederum weitere Trainer ausbilden und zugleich Kinder betreuen können.

Das Programm ist auf eine mindestens dreijährige Betreuung und Begleitung von syrischen Flüchtlingen ausgelegt, die in den Auffanglagern nahe der syrischen Grenze und in den Großstädten der angrenzenden Länder Syriens leben.

ZIELE
  • Theater auf Stelzen ist eine Mischung aus artistischen und künstlerischen Techniken. Dabei sind die TeilnehmerInnen voll und ganz gefordert im «Hier und Jetzt» zu sein. Genau das ist es, was zur Stabilisierung und zur Reorientierung von traumatisierten Flüchtlingen besonders wichtig ist. Und es macht sehr viel Spaß, stärkt die Souveränität, sowie die sozialen Kompetenzen und Erfolgserlebnisse.
  • Vermittlung der Fähigkeiten zur Gruppen- Workshop-Leitung mit Theater, Artistik, Sprache und künstlerischen Techniken
  • Soziale, mentale, handwerkliche und kommunikative Kompetenzen erlernen und erleben
  • Evaluieren und Reflektieren von Prozessen
  • Stärkung der Selbstwahrnehmung und Selbstbestimmung
  • Stärkung der Selbstheilungskräfte
SITUATION
  • Die Flüchtlinge sprechen arabisch, persisch, kurdisch oder besondere Dialekte. Ohne türkische Sprachkenntnisse gelingt keine Kontaktaufnahme mit der lokalen Bevölkerung.
  • Die lokale Bevölkerung ist angesichts der großen Anzahl überfordert und durch Befürchtungen, Vorurteile abweisend gegenüber den Flüchtlingen.
  • Die Unterbringung in den staatlichen Lagern der AFAD ist infrastukturell sehr gut organisiert, aber auch streng reglementiert: Ein Ausgang ist nur alle zehn Tage für sechs Stunden möglich, Großzelte sind klimatisiert, aber ohne Fenster. Das sind zusätzliche Belastungen.
  • Der Lagerbereich ist abgeschirmt.
  • In den kommunalen Flüchtlingslagern fehlen oft wichtige Infrastrukturen.
  • Die Übergangslager sind zu Daueraufenthalten mutiert, und aus einem Aufenthalt von drei Monaten ist zum Teil schon ein Jahr geworden.
  • Kinder und Jugendliche sind teilweise traumatisiert und noch nicht fähig, an einem regulären Schulunterricht teilzunehmen.

Ein erster Aufenthalt zur Erkundung der Möglichkeiten und der vorhandenen Infrastruktur hat vom 6. bis 16. Dezember 2014 unter der Leitung von Wolfgang Hauck, Vorsitzender des Vereins und Leiter des Theaters auf Stelzen, in Begleitung und Auftrag des Goethe-Instituts Istanbul, stattgefunden.

Bei diesem ersten Aufenthalt konnten zusammen mit einer lokalen NGO realistische und zweckmäßige Hilfsprogramme, «CRP Mardin», entwickelt werden.

Das Programm soll drei Jahre umfassen und wurde vom Goethe-Institut organisiert und intensiv begleitet. Das Goethe-Institut bereitet neben der Organisation und Infrastruktur auch die erforderlichen Genehmigungen auf politischer Eben vor. Die finanziellen Mittel stammen zum Teil aus Eigenmitteln des Goethe-Instituts und später aus der Initiative des Kulturausschußes des Deutschen Bundestags. Bis diese Mittel im Rahmen der Verwaltung und Abstimmungen bewilligt werden konnten, mußte zur Zwischenfinanzierung auf Drittmittel und Spenden zurückgegriffen werden.

Der Verein dieKunstBauStelle e.V. hilft dabei, um für diese Anfangsphase Spenden zu akquirieren und diese ressourcenorientiert weiterzugeben.

Ende 2016 wurden dann die Hilfsgelder sowohl des Goethe-Instituts, wie des Auswärtigen Amtes für alle Programm dieser Art eingestellt. Nun gilt es mit anderen Quellen diese Arbeit fortzusetzten.

Unterschiedliche ReferentInnen und TrainerInnen werden nach Mardin reisen, um in der Einrichtung der NGO und dann im Flüchtlingslager Kurse und Workshops durchzuführen. Ein Teil der erforderlichen Ausstattung (Stelzen, Kostüme, Drucker, Materialien) wurde bereits im Dezember durch das Goethe-Institut Istanbul bereitgestellt und soll ´weiter ergänzt werden.

Im Dezember konnte ein erster Auftritt der Trainer im Flüchtlingslager erfolgen. In wenigen Minuten waren mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche versammelt. Die Lagerleitung hat das Projekt als Unterstützung sehr begrüßt. Trotz eines strengen und generellen Verbots von Film und Videoaufnahmen wurde dazu Aufnahmen zur Dokumentation ermöglicht.

Nun sollen ab April 2015 wieder Trainer, Therapeuten und Fachreferenten aus Deutschland, das Programm in Mardin und dem Flüchtlingslager in Nusaybin mit der örtlichen NGO (Art Anywhere Assoziation) fortsetzten. Diese Aufenthalte müssen noch eigen finanziert und durch ehrenamtliche Helferinnen und Helfern durchgeführt werden.

PARTNER

Goethe-Institut Istanbul, Türkei
Art Anywhere Assoziation. Mardin, Türkei
Die Stelzer – Theater auf Stelzen, Landsberg am Lech, Deutschland

STATUS UND FINANZIERUNG

Das Projekt wurde im Dezember 2014 begonnen. Die offizielle Fortsetzung ist in Vorbereitung und soll bis Dezember 2018 andauern.
Bis dahin erfolgt die Fortsetzung mit dem Goethe-Institut und eigenen Finanzierungen, Spenden und ehrenamtlicher Hilfe.

Die Finanzierung erfolgt durch das Goethe Institut Istanbul.

Der Verein «dieKunstBauStelle» ist dabei als Vermittler von Förderungen und Unterstützung tätig.
So konnten Aufenthalte durch folgende Zuwendungen gefördert werden:

  • Rotary Sozialfonds Greifenberg-Schondorf. e.V.
  • Netzwerk Selbsthilfe! e.V.
LINKS
BLOG ZUM PROJEKT

http://blog.diestelzer.de/

SPENDEN

Humanitäre Hilfe für Flüchtlingslager: www.betterplace.org/p36967
Cultural Relief Program: www.betterplace.org/p36990

WEBSEITE ZUM PROJEKT MIT VIDEO; ARTIKEL UND BILDERN

Cultural Relief Program


VERANSTALUNGEN

Munich, 18. October 2015, „Munich Welcome Theatre“, Kammerspiele
CULTURAL RELIEF
Discussion with Taigué Ahmed (Ndam Se Nam, N’Djamena), Pınar Demiral (Her Yerde Sanat/ Überall ist Kunst – Art Anywhere Association, Mardin), Wolfgang Hauck (Die Stelzer) and Maren Niemeyer (Forum on Culture and Humanitarian Relief, Goethe-Institut). Moderation: Christian Lüffe (Goethe-Institut Istanbul).
Cultural Relief -Munich Welcome Theatre

Berlin, 15. April 2016, „Menschen Bewegen 2016“, AKBP Forum,
CULTURAL RELIEF
Presentation and workshop „Cultural Relief Program – Training the Trainers“, Goethe-Institut Istanbul (Christian Lüffe) and „Die Stelzer“ (Wolfgang Hauck).
Menschen Bewegen 2016

Berlin, 21. May 2016, „Mehr als Willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n)“
CONFERENCE
Presentation „Cultural Relief Program – Training the Trainers“, „Die Stelzer“ (Wolfgang Hauck).
Mehr als Willkommen! Kulturarbeit mit, für und von Geflüchtete(n)

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